Die Welt der Kelten

Die Welt der Kelten – Vom Eis zur Hochkultur der Vindeliker

Der Ursee – Die vergessene Wasserwelt

 

Landschaft, Heiligtümer und Geschichten aus dem keltischen Oberland.

🧊 Kapitel I – Die Welt aus Eis
 

Vor rund 12.000 Jahren lag das heutige Oberland noch unter dem mächtigen Isar-Loisach-Gletscher.
Ein einziger, gewaltiger Eispanzer formte Täler, schob Moränen aufeinander, hob Felsen aus der Erde und hinterließ jene Landschaft, die wir heute kennen.

Die Gletscher bewegten sich langsam, aber unaufhaltsam – ein lebendiges Meer aus Eis, mehrere hundert Meter hoch.
Sie drückten sich durch das Tal zwischen Herzogstand, Heimgarten, Jochberg und Murnau und schufen jene Mulden, die später der Ursee füllen sollte.

Während das Eis schmolz, entstanden:

riesige Seiten- und Endmoränen

tief ausgeschliffene Wannen

breite, flache Schwemmkegel

Gletscherrinnen, die heute unter Moor und Wald liegen

Viele dieser Formen sind noch sichtbar – am Kochelsee-Ufer, im Filzmoos, an der Birg, in den Schlehdorfer Mooren, am Ostersee-Gelände und sogar bis hinunter zur Loisach-Isar-Verbindung.

Als das Eis sich zurückzog, blieb eine gewaltige Wassermasse zurück:
der früheste Ursee, ein Vorläufer des späteren Vendeliker-Alpenmeers.

Mit jedem Rückschritt des Gletschers brach ein neuer Wasserspiegel an –
erst 620 m, dann 612 m, dann 604/605 m.
An diesen Linien erkennt man heute noch die alten Strandterrassen.

Dieser Übergang markiert den Beginn der menschlichen Geschichte im Oberland.

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